Erwachen/Ent-Wickeln

Weiter entwickeln ist ein großes Thema von vielen, auch von mir, schon lange. Es passiert so viel in letzter Zeit. Das Be-wusst sein soll dabei erweitert werden.

Meditation, Achtsamkeit, Atmung, Qi-Gong, Tai-Chi etc. pp

All das sind Methoden die ich ausüben kann um an mir zu arbeiten.

Wofür tu ich das, ist es denn tatsächlich nützlich und vor allem umsetzbar?

Wann kann/sollte ich denn überhaupt daran denken, an mir zu arbeiten?

Ich für meinen Teil hatte schon immer das Gefühl „anders“ zu sein. Als kleines Kind dachte ich immer, ich bin so anders als meine Familie – ich muss bestimmt adoptiert sein. Einsamkeit, keine Freunde, total schüchtern sein – das schien mein Schicksal. Ich war am liebsten mit mir alleine, Menschen waren so laut, so frech. Das ging auch lange Jahre so, führte zu Depressionen und schlimmen Kindheits- und Jugenderlebnissen. Weil ich eben immer dachte, nur die anderen sind „normal“ und die Norm, konnte ich mich nie akzeptieren. Dann kamen irgendwann körperliche Symptome dazu und ich dachte „jetzt ist es ganz vorbei“. Aber im Gegenteil, manchmal muss man mit der Nase genau draufgehauen werden um es zu kapieren.

Nun hoffe ich, dass ihr nicht soviel Jahre vergeudet habt, bevor ihr angefangen habt euch zu Ent-Wickeln. Wie ich in einem anderen Beitrag geschrieben habe, hatte ich Hilfe.

Allerdings ist es essenzielle wichtig uns bewusst zu machen, dass Veränderung–Ent-Wicklung, nötig ist. Uns muss bewusst werden, dass etwas anders werden muss und wir müssen bereit sein, um Hilfe zu bitten.

Wir müssen uns für Hilfe öffnen. Ich meine auf keinen Fall „herkömmliche“ Hilfe.

Das habe ich auch erst probiert.

Meine 3 Bandscheibenvorfälle führten dazu, dass ich ständig wahnsinnige Schmerzen hatte obwohl ich unter „Tabletten stand“ und nicht mehr gerade laufen konnte. Ich wollte Hilfe in „herkömmlicher“ Art. Ich ging zum Arzt und der sollte was tun, damit es mir besser geht. Das habe ich viele Jahre probiert, aber mir konnte keiner in „herkömmlicher“ Art helfen. Der letzte Arzt den ich deswegen befragt habe (es waren sehr, sehr viele Ärzte) hat mir gesagt, dass die Schmerzen immer schlimmer werden. Weil man wegen der Lage der Bandscheibe bei einer OP von einer sofortigen Lähmung ausgehen könne, käme das nicht in Frage. Etwa 2 Jahre, so sagte er, könne ich noch laufen..

Danach hat es endlich „Klick“ gemacht – ich konnte es hinnehmen oder mir was einfallen lassen, was wieder jeder Prognose sein würde… – aber was hatte ich zu verlieren??

Manchmal muss man eben ganz unten sein, ganz im Dreck liegen um wach zu werden…

Jetzt ist es also allerdings ein Unterschied sich auf Hilfe zu verlassen die von außen kommt oder grundsätzlich endlich die Verantwortung zu übernehmen.

Den „Horizont erweitern“, mich nicht mehr als armes Opfer sehen, sondern den eigenen Anteil an meiner Misere finden.

Gefunden hab ich erstmal garnix, sondern wild in der Gegend rumgesucht – aber, wer sucht der findet auch (irgendwann )

Ich wurde erstmal bereit zur Ent-wicklung. Ich war bis dahin so verstrickt in meinem Opferdenken…

Aber kaum habe ich endlich in eine andere Richtung geblickt, kam auch die Hilfe.

Wie ich schon mal geschrieben habe, erstmal in Form von Fußzonenmassage. Das war in meinen Augen Hexenwerk, weil nicht nachvollziehbar.

Watt is datt mit Energiearbeit und bissi an den Füßen drücken? Wie bei Reiki wird auch Energie übertragen – kann man datt essen?  Upps, wieso brauche ich nun weniger Schmerzmittel.

Ja, so fing das mit mir an – das war übrigens 2003 – seitdem war ich bei keinem Orthopäden mehr und ich kann immer noch laufen und bin inzwischen schmerzfrei!

Ich habe mir dann wirklich sehr viele Gedanken gemacht im Außen gehört was es gibt, im Innen gespürt und wahrgenommen.

Im Grunde fing es mit Achtsamkeit an. Bei der Tatsache, dass ich bei mir war. Nicht wie als Kind und Jugendlicher oft mit der Frage, warum ich so anders bin – im Unglück verweilend.

Sondern mit der Anerkennung, dass ich bin wie ich bin. Nicht Ablehnung ist das Mittel.

Anerkennung ist das Mittel der Wahl. Nichts ist von vornherein schlecht oder gut – alles IST und zwar erstmal immer neutral. Sind wir doch mal ehrlich, wir drücken allem einen Stempel auf und werfen es entweder in das Gut- oder Schlechtkästchen.

Was wäre, wenn wir bei Gefühlen, Erlebnissen etc. erstmal verweilen, tief durchatmen und als Beobachter sehen was ist. Ich habe erleben dürfen, dass erst meine Ablehnung aus Dingen ein Drama macht. Es wird dadurch künstlich aufgeputscht und wichtiger gemacht, als es ist.

Wie gesagt, früher hatte ich oft und sehr lange Depressionen. In den letzten Jahren ereilte mich durchaus auch noch 2-3 x im Jahr ein ganz extremes Gefühlstief. Ich muss gestehen, ich wollte es nicht – ich wollte es dringend weghaben. Wusste ich doch genau die nächsten 3 Tage sind für den A…

Wenn es also irgend möglich war, hab ich mich in´s Bett gelegt und geschlafen – dann spür ich wenigstens nix, so dachte ich. Mit dieser Strategie habe ich es dann jedes Mal geschafft diese furchtbaren Tage zu überstehen.

Ende letzten Jahres war es wieder soweit – es war einfach furchtbar. Was ist das denn bloß, dachte ich. Jetzt bin ich schon so lange am Arbeiten an mir, ja es ist schon viel, viel besser geworden, aber warum kommt es doch immer mal wieder? Ich habe wohl die letzten Male gemerkt, dass danach wie ein Knoten geplatzt war, ich wie Phönix aus der Asche stieg und es mir besser ging, als jemals vorher. Aber kann ich das denn nicht bitte ohne depressive Tage????

Tja, die Belohnung auf meine Frage war 6 Wochen danach gleich wieder ein „Anfall“ meiner Hundstage. Ich fiel aus allen Wolken, habe versucht mich in mein Schicksal zu geben, wollte mich gerade wieder mal in mein Seelentröster-Bettchen legen…

NEIN, dachte ich. Ich habe mir mein Kissen in den Rücken gepolstert, habe mich bequem hingesetzt.

Ich habe mir bewusst gemacht, dass ich immer nur gegen diese Gefühle gekämpft habe oder mich als Opfer der Gefühle gesehen habe   – eben Macht-los.

Nichts passiert ohne Grund

Früher dachte ich immer ich brauche eine Erklärung, daran muss ich dann hart arbeiten und dann löst sich das schon in Wohlgefallen auf – diese Erklärung fand ich aber nicht vollständig. Jaaa, wie ich schon mal geschrieben habe, schlimme Kindheit, blablabla – das ist aber nichts, was ich ändern kann oder inzwischen sogar will – weil das hat mich zu dem gemacht, was ich bin.

Also habe ich mich hingesetzt, habe meine Atemübungen gemacht, habe mich völlig entspannt und versucht Beobachter zu sein. Nicht ver-ur-teilen, nicht be-ur-teilen, sondern nur sitzen, atmen und spüren was ist. Dabei habe ich es tatsächlich geschafft, diese Gefühle nicht mehr abzulehnen.

Darauf geschah Unfassbares: innerhalb von ca. 5-10 Minuten haben sich diese von mir ursprünglich als negativ eingestuften Gefühle aufgelöst. Nur dadurch, dass ich diese Gefühle nicht abgelehnt sondern begrüßt und beobachtet habe – schwupps waren sie weg – und Leute, sie kamen bisher auch nicht wieder.

Seither probiere ich das immer öfter in „ungemütlichen“ Situationen oder Gefühlsregungen. Es gelingt immer noch nicht jedes Mal. Manchmal habe ich auch nicht die Zeit, mich zurück zu ziehen oder bin unkonzentriert während mich z.B. jemand anpampt. Aber jedes Mal lerne ich daraus, weil ich es mir spätestens gleich danach noch mal bewusst mache.

Ent-wickeln ist eine irre Sache – kann ich euch nur empfehlen ich bleib dran

Schreibe einen Kommentar