Wish I had an Angel – für einen Freund

Habe gerade bei Facebook gestöbert und bin dabei über ein Post gestolpert. Es ist ein Lied von Nightwish – Wish I had an Angel. Dieses Lied geht um Liebe, Schuld und Reue und natürlich um einen Engel, der zur Seite stehen soll.

Dabei sind mir viele Gedanken durch den Kopf geschossen, während ich so dasaß, dem Lied zuhörte und eine Gänsehaut nach der anderen bekam.

Gedanken betreffend den Inhalt des Liedes. Wir haben doch alle gemeinsam, dass uns „Fehler“ passieren, wir manchmal „schlechte“ Gedanken haben, vielleicht sogar furchtbar schlechte Gedanken. Meistens schaffen wir es auf „dem richtigen Pfad“ zu bleiben, manchmal haben wir wegen unserer Gedanken und Gefühle dann ein schlechtes Gewissen, manchmal nicht. Wenn es dann allerdings soweit kommt, dass wir tatsächlich irgendeinen Blödsinn machen, sind wir deswegen nicht grundsätzlich schlechte Menschen. Ich denke was zählt ist die Tatsache, dass wir einen freien Willen haben und es einfach Wunder-Voll ist, wenn wir irgendwann Bewusst werden und unser Tun überdenken und ändern.

Das hatte ich heute auch sehr nötig, hätte 5 Morde begehen können 🙂  (was ist nur los heute mit miesepetrigen Menschen?)

Dafür haben wir tatsächlich, meiner Meinung nach, Hilfe zur Seite. Nenne es Engel, geistige Führer oder wie immer du willst.

Wie ich letztens schon zu einer lieben Freundin gesagt habe, wir müssen nur um Hilfe bitten, dann bekommen wir sie auch. Nicht immer so wie wir uns das wünschen und oft auch nicht gleich ersichtlich, aber mit Sicherheit so, dass es uns weiterhilft. Wir dürfen dazu aufmerksam sein und wir dürfen das Problem loslassen und übergeben, wenn wir alles versucht haben und zu keinem Ergebnis gekommen sind – es wird schon gerichtet.

Außerdem habe ich mir Gedanken gemacht über den Menschen, der es gepostet hat. Zu behaupten es wäre ein Freund, ist in diesem Fall etwas hoch gegriffen. Ich kenne ihn nicht wirklich sehr gut – nur etwas. Aber ich habe dennoch Anteil an seinem Leben, weil er in meiner Nähe wohnt und weil ich Menschen sehr gut kenne, die ihn kennen. Es ist ein grausiges Schicksal, was ihn ereilt. Nur so kann man es nennen, wenn er und seine Lieben um sein Leben bangen müssen.

Wie gesagt, er ist kein enger Freund aber ich bange mit und lese immer gespannt die Posts die er teilt. So kann ich Anteil nehmen und frage mich aber, wie kann das oben geschriebene da umgesetzt werden?

Er hat mit Sicherheit auch viel Blödsinn gemacht in seinem Leben. Aber er hat sein Leben gewandelt. Wenn ich jemanden sehe, manchmal nur ein Bild von ihm, kann ich die Persönlichkeit meist gut einschätzen. Ich habe von ihm einen sehr guten Eindruck, er ist freundlich, zuvorkommend, ehrlich, voller Mitgefühl, hat Humor und scheint ein treuer Freund zu sein. Wieso dann eine Diagnose, die so verheerend ist? Womit hat irgendjemand das verdient – und womit gerade er?

Ich glaube fest an Spontanheilungen und auch an Wunder. Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich, laut meiner Ärzte, schon lange im Rollstuhl sitzen sollte. Ich habe es geschafft der Medizin ein Schnippchen zu schlagen.

Damals bin ich in mich gegangen und habe meine Anteile gesucht, was dazu geführt haben mag, dass ich meine Diagnose bekam. Ich habe fest an Heilung geglaubt und habe sie bekommen 🙂

Ich will damit nicht sagen, dass jeder der an Heilung glaubt, sie auch auf jeden Fall bekommt – sonst wäre der Freund schon lange wieder gesund.

Im Grunde weiß man nicht, warum manche Menschen frühzeitig gehen müssen. Wie es kommt, dass Heilung geschieht und auch nicht, warum manche Menschen überhaupt keine Chance haben alt zu werden.

 

Auch wenn meine Gedanken immer mehr abschweifen, fällt mir dazu mein Neffe Stefan ein.

Er wurde nur 23 Jahre alt, weil ein eifersüchtiger Depp in ihm Konkurrenz gesehen hat.

Ich bin davon überzeugt, dass Menschen, die ihren Körper hier auf Erden verlassen gut aufgehoben sind. Stefan habe ich nach seinem Tod noch mehrmals gesehen und er hat es mir versichert. Nicht nur das, er hat mir auch auf meinem Weg geholfen – da kommen mir Tränen – war er mein Engel?

Wir, die zurückbleiben, haben oft noch lange daran zu kauen.

Obwohl ich daran geglaubt habe, dass es Stefan gut geht, hatte ich doch Phasen, wo ich bald irre geworden bin. Die Trauer hat mich zerfressen. Immer noch habe ich Momente, wo ich nur weinen muss um Stefan – ich habe ihn leider auch schon längere Zeit nicht mehr gesehen.

Wenn ich in mich hineinspüre, weine ich nicht um Stefan, sondern um mich. Ich weiß, dass es ihm gut geht. Ich möchte aber wieder mit ihm sprechen können, ihn umarmen und mit ihm rumalbern. Ich erinnere mich daran, wie ich ihn (selber erst 14) auf den Schultern vom Spielplatz nach Hause gebracht hatte, weil seine kleinen Beinchen so müde wurden. Wie wir gespielt haben, nach den Pferden geschaut und ich Klamotten für ihn gestrickt habe. – Das fehlt mir so!

Es gibt noch viele Menschen, die von mir gegangen sind. Mir fällt gerade auf, dass es mir bei keinem so schwer fällt an ihn zu denken, wie bei Stefan. Vielleicht kann ich mich besser damit abfinden, wenn Menschen ihr Leben schon gelebt haben. Als mein Vater gestorben ist, war das auch schlimm. Mein Vater war aber ein älterer Mann und es war absehbar, dass er bald geht.

Aber welchen Sinn macht es mit 50 oder sogar 23 schon gehen zu müssen?

Es ist ja wohl so, dass wir unser Leben, unsere Eltern, den Ablauf und sogar das Lebensende ausgesucht haben, bevor wir wieder inkarniert sind. Also werden wir uns schon was dabei gedacht haben.

Ich wünsche „meinem Freund“ auf jeden Fall, dass sein Plan anders ist, als es im Moment zu sein schein.

 

Licht und Liebe für Dich mein Freund – und petzt die A…backen zusammen.

 

 

 

 

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