Zeit für Selbstliebe – Zeit zur Innenschau

Zurzeit werden die Tage immer noch weiter kürzer und die Nächte länger.

Für mich ist diese Zeit, die Zeit zum Rückzug, von außen weg und nach innen gehen. Ich bin an meinem „Rückzugsort“ schreibe Artikel, lese, stricke oder atme einfach weich und arbeite mit meinen Gedanken und Gefühlen – mein dicker Kater Balu, schnarchend neben mir.

Selbst an ihm merke ich es. Im Sommer sieht man ihn höchstens spät abends, wenn der Hunger ihn übermannt. Manchmal erkenne ich ausschließlich daran, dass morgens der Futternapf leer ist, dass er überhaupt Zuhause war. Im Winter geht er wiederum nur kurz raus und ist die meiste Zeit Zuhause.

Diese Jahreszeit ist besonders wichtig für Menschen, die sich leicht und gerne „im Außen“ verlieren.

Bist du ein Macher? Immer Beschäftigt, immer was zu tun, ganz wichtig deine dir gestellten Aufgaben zu erledigen. Wenn du das alles geschafft hast, suchst du dir selber noch mehr Aufgaben? Schaust womöglich, was du für andere tun kannst?

Nur nicht ohne Aufgaben, blos nicht dir alleine überlassen sein.

Was passiert denn ansonsten? Du musst dich mit dir beschäftigen, du bist deinen Gedanken – oh nein, womöglich deinen Gefühlen überlassen. – Du musst mit dir selber kommunizieren…

Solange diese Gefühle sich gut anfühlen ist ja alles prima – wenn das aber immer so wäre, hätten wir ja keinen Grund uns „im Außen“ zu verlieren.

„Schlechte“ Gefühle wollen wir nicht fühlen, diese werden verdrängt – mit Tätigkeiten – oder zumindest kritisiert – von anderen und ganz besonders von uns selber. – Also weg damit.

Damit werden wir uns fremd, wir kennen uns nicht, wir hören und fühlen uns nicht und haben den Kontakt zu uns selber total verloren. So können wir nicht für uns sorgen, wissen nicht wirklich was wir für uns tun können, was uns wirklich gut tut und wie wir uns in auch mal schlechten Zeiten helfen können. Wir merken nur da stimmt was nicht, wir sind ausgepowert, fühlen uns sehr schlecht und irgendwann schafft es auch unser stetiges Handeln nicht mehr, diese Gefühle zu verdrängen. Außerdem machen wir uns so abhängig von anderen Menschen. Ein Nachbar, ein Freund oder der Partner sollen dafür sorgen, dass wir uns besser fühlen. Wenn alle es nicht mehr hinbekommen muss halt der Psychologe ran, zu dem wir dann jahrelang gehen müssen damit es besser wird.

Und warum das Ganze? Weil wir über uns selber hinweg getrampelt sind.

Achtsamkeit ist der Schlüssel!

Bitte verdränge nicht deine Gefühle. Egal ob sie sich gut anfühlen oder nicht. Nimm sie war – mehr wollen sie gar nicht.

Ich habe schon mal geschrieben, Gefühle sind nicht gut oder schlecht, Gefühle SIND einfach. Sie wollen nur wahrgenommen werden, damit sie uns zeigen können: es läuft so wie es sein soll oder ändere was.

Wenn du deine Gefühle ablehnst oder kritisierst, schneidest du die Verbindung zu dir selber ab.

Wenn du kannst und magst, probiere mal dich zurück zu ziehen und einfach das Gefühl wahr zu nehmen. Deswegen ist diese Jahreszeit optimal dazu. Am Anfang braucht man vielleicht tatsächlich diese Rückzugsmöglichkeit um auch Gefühle, die sich erstmal nicht gut anfühlen in Ruhe akzeptieren zu können. Später wenn du Übung hast und die Kommunikation mit dir selber besser wird, wird es zu deinem Alltag.

Du bist es vor allem dir aber auch deinen Lieben schuldig für dich zu sorgen und dir Liebe entgegen zu bringen. So stärkst du dich und machst dich selber – ohne Hilfe von außen – zu einem stabilen glücklichen Menschen.

Würdest du denn dein trauriges, verzweifeltes Kind ohne jegliche tröstenden Worte wegschicken und sagen „spiel was, dann denkst du nicht mehr darüber nach, dass dein Hamster gestorben ist“?

Begegne deinen Gefühlen offen und sei bereit sie zu fühlen. Atme weich und nimm sie völlig wertfrei war. Du musst nichts analysieren oder herausfinden, wo diese Gefühle herkommen, was du anders machen kannst/sollst, was in deiner Kindheit falsch gelaufen ist oder in Zukunft geschehen soll.

Du darfst einfach wahrnehmen, den Gefühlen ihren Raum schaffen, mehr wollen sie nicht.

Wenn du magst, führe Selbstgespräche 🙂

Wahrscheinlich ist es so, dass du beim „Fühlen“ auch Gedanken wahrnimmst. Die Qualität dieser Gedanken kann sehr vielschichtig sein. Sind sie neutral oder sogar aufbauend bist du auf dem richtigen Weg. Fühlen sie sich nicht gut an, höre um so mehr hin. Was haben sie dir zu sagen?

 

Schau dir an, ob die Gedanken sich „bedürftig“ anfühlen oder „belehrend, autoritär“, dazu mehr in diesem Artikel: https://gitte-hell.net/?p=272#more-272

Ehrlich deine Grenzen erkennen!

Wenn du das langsam hin bekommst was ich geschrieben habe – und davon bin ich überzeugt – bist du auch in der Lage deine Grenzen zu erkennen. Du wirst immer öfter und immer schneller in der Lage sein in dich hinein zu spüren und zu fühlen was das Richtige ist. Wenn es sich nicht richtig anfühlt, trainiere NEIN zu sagen. Latsch nicht wieder über deine Gefühle hinweg und sage, was du möchtest, aber auch, was du nicht möchtest. Wenn du jemandem anderen einen Gefallen tust, obwohl du es nicht wirklich willst, verschwendest du deine Energie für unnützes Zeug. Du brauchst all deine Energie für deine Stabilität und deinen Seelenfrieden. Damit haben automatisch auch deine Lieben etwas davon, denen du es freiwillig zur Verfügung stellen magst und auch die Menschen, für die du wirklich Verantwortung trägst – und das sind ausschließlich deine noch nicht volljährigen Kinder. Deine Verantwortung schuldest du tatsächlich nur dir und deinen kleinen Kindern!!!

Wenn du etwas tust, nur um des lieben Friedens Willens, bist du unehrlich zu deinem Gegenüber und erst recht zu dir.  Du bist dann völlig unauthentisch!

Ein netter Nebeneffekt bei diesem Handeln ist auch, dass du sehen wirst wie energievoll du mit der Zeit wirst.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ich früher immer völlig erschöpft, überfordert und platt war. Immer am Spagat zwischen den Wünschen all meiner Freunde, Bekannten, Verwandten außerdem war da ja noch der Chef, die Kollegen…

Sei mal ehrlich, man kann es doch nie allen recht machen, selbst wenn man selber dabei auf der Strecke bleibt.

Seitdem ich endlich für mich Sorge trage, habe ich automatisch viel mehr Energie und kann so, endlich freiwillig und sehr gerne, auch für andere da sein. – Das ist authentisch 🙂 

Gönn dir was, sei gut zu dir

Ich sage immer ein NEIN ist eigentlich nicht der Richtige Weg. Besser als NEIN zu etwas zu sagen ist es JA zu deinem Wunsch, deiner Herzenswahl zu sagen.

Alles was du denkst, sagst oder sogar tust ist Energie – also verstärke die Energie die in Richtung deiner Wahl geht und verschwende sie nicht auf Gedanken, die du ablehnst.

Beispiel:

Karin hat dich eingeladen mit ihr in´s Kino zu gehen, sie will unbedingt den Film XY sehen und es will sonst keiner mit ihr hin. Die Vorstellung ist Samstag geplant. Du gehst nicht gerne in´s Kino und schon gar nicht in den Film XY. Du magst Karin aber sehr gerne und würdest dich freuen mal endlich wieder etwas mit ihr zu unternehmen. Bereits seit 2 Wochen quengelst du mit dir selber, weil du keinen Bock auf diesen Film hast.

Wieso hast du nicht gleich gesagt, dass du diesen Film nicht sehen magst, ABER sehr gerne mal wieder mit Karin in´s Theater gehen möchtest (JA) oder einfach einen netten Mädels Abend mit ihr verbringen möchtest (JA) wo ihr ganz viel quatschen könnt.

Besonders bedenklich ist es, wenn du dich aus gut gemeinter Nächstenliebe mit Menschen abgibst, die dir nicht gut tun. Menschen, die Negativität nur so aussprühen und du dich nach dem Zusammensein mit ihnen entweder wie eine ausgepresste Zitrone fühlst oder dir wirklich bewusst ist, dass es verschenkte Zeit für dich war.

Warum tust du dir so etwas an?

Ich finde es wirklich total toll, wenn ich mit Menschen zusammen sein kann. Auch wenn es Menschen sind, denen es vielleicht nicht so gut geht und die Hilfe in irgendeiner Form gebrauchen könnten.

Aber vielleicht kennst du das auch: wenn du nach dem Treffen das Gefühlt hast total müde zu sein, wenn du dich wie ein Mülleimer fühlst. Diese Person geht meist entweder genauso missmutig, wie sie ursprünglich war von dannen oder aber sie ist für dieses Mal guter Dinge um das nächste Mal mit genau den gleichen, ja sogar identischen Themen wieder ihren Müll über dich aus zu schütten, wobei sie immer wenn du was sagst ein ABER hat.

LASS ES! Diese Menschen wollen keine Hilfe – sie wollen nur einen Mülleimer. Sie wollen gar nicht, dass es ihnen besser geht – dann können sie ja nicht mehr das Opfer sein – sie wollen nur deine Aufmerksamkeit, deine Energie. Wenn du das ständig mitmachst bist du wie ein Co-Alkoholiker und hilfst ihnen kein bisschen.

 

Und denk dran: Je besser es dir geht umso mehr Menschen, die wirklich bereit sind, kannst du helfen, damit es ihnen besser geht.

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