Gutmensch oder Arschengel?

Hallo Liebes, sollen wir Erwachenden uns tatsächlich alles gefallen lassen? Dürfen wir in der Tat keine negativen Gefühle verspüren?

Ich denke in der „Esoterik-Bewegung“ und auch in manchem christlichem Gedankengut gibt es genug „Gurus“ die tatsächlich diese Meinung vertreten und an ihre „Jünger“ so weitergeben.

Ich kenne einige nach außen „hochheilige“ Menschlein, die durch regelmäßiges in „ihr Gotteshaus“ (Kirche, Königssaal oder auch privater Altar etc.) schlappen anderen suggerieren wollen, wie gläubig sie sind. Besonders diese Menschen sind mir aber auch durch extrem hinterhältige Worte und Taten aufgefallen.

Ja, ich finde es passt auch einfach nicht.

Wir sind alle Menschen, mit Wünschen, Träumen und Sehnsüchten, mit einer Vergangenheit und Erlebnissen, die uns geformt haben. Wir sind alle nicht ohne Fehler – mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen 🙂

Wenn mir das einer vormachen will, macht er mich extrem neugierig und auch skeptisch.

Wer wirklich ohne Fehler ist, also zu 100% weise, demütig, zuverlässig, treu, ehrlich, nett, hilfsbereit, belastbar, sensibel, einfühlsam, fleißig, offen, erfahren und und und…. – also pure LIEBE

  • Tja ihr Lieben – der wäre nicht mehr hier, der wäre einfach nicht wieder geboren 🙂

So ein Spielchen, so ein Tun als ob, finde ich einfach ekelhaft heuchlerisch.

Natürlich versuche auch ich immer wieder ein wirklich guter Mensch zu sein – mir gelingt es aber nicht ständig! 🙂

Außerdem könnte man jetzt natürlich eine ellenlange Liste der Eigenschaften ergänzen, die einen guten Menschen wohl ausmachen könnten und was evtl. sogar völlig verboten sein sollte, wenn man ein Gutmensch sein will.

Wir alle haben einen Auftrag hier auf Erden, haben einen Vertrag geschlossen und ein Ziel definiert – auch wenn wir uns nicht mehr daran erinnern können.

Da fällt mir eins meiner Lieblingsbücher ein: Die Reise nach Hause – Die Geschichte von Michael Thomas und den sieben Engelwesen.

Die zu den Menschen gehören, die so tun, als wären sie „hochheilig“, anderen predigen und sie „eng“ führen, sind meiner Erfahrung nach die, die sich selber nicht an ihre für andere aufgestellten Regeln halten. Nur mit schwätzen und schimpfen kommt man nicht weit, vorleben ist das richtige Mittel – das ist übrigens auch in der Kindererziehung so 🙂 .

Kinder sind aber noch enger verbunden mit dem „Ursprung“, haben noch bessere Verbindung zu ihrer Intuition und merken daher schneller, als wir Erwachsenen, wenn jemand nicht authentisch ist.

Wir lassen uns leider zu oft etwas vormachen und glauben falschen Propheten.

Ja, was ist aber, wenn wir immer nur „zurückstecken“, immer lieb und freundlich sind und uns alles gefallen lassen?

Das kann auch nicht das Ziel sein, welches wir uns gesetzt haben.

Meiner Meinung nach ist Liebe unser Geburtsrecht. Es ist unser Geburtsrecht Liebe zu geben aber auch Liebe zu empfangen.

Wenn wir jetzt zu der Kategorie Gutmensch gehören, zu denen, die sich echt alles gefallen lassen in der Hoffnung dadurch „in den Himmel zu kommen“ (oder was auch immer unser Ziel ist), haben wir unseren Auftrag meiner Meinung nach nicht verstanden.

Wenn ich von Liebe spreche, welche diese Menschen bestimmt so gut sie es vermögen, weitergeben können, meine ich selbstlose Liebe. Nicht „du machst jetzt was und dann bekommst du Liebe von mir“. Ich schreibe extra: so gut sie es vermögen. Ich bin nämlich der Meinung, dass viele dieser Menschen sich selber nicht lieben können.

Und wer sich nicht selber lieben kann, der kann auch keine Liebe weitergeben!

In dem Maße, in dem ich in der Lage bin mir selber selbstlose Liebe entgegen zu bringen, bin ich auch in der Lage Liebe von anderen anzunehmen und Liebe weiter zu geben.

Außerdem ist ein Teil unseres Auftrages mit anderen Menschen zu agieren.

Wir haben meiner Meinung nach die Pflicht unser Handeln so abzuwägen, dass am Ende für ALLE Beteiligten das Beste Ergebnis erzielt wird. Das bedeutet aber auch für uns.

Ich will damit jetzt nicht sagen, dass wir auf einen Ego-Trip gehen sollen, ganz im Gegenteil. Wenn wir in der Liebe sind, wird das niemals passieren. Wenn wir in der Liebe sind, verbunden mit unserer Seele, finden wir den richtigen Weg die Interessen von uns und anderen optimal zu balancieren. Wir sind dann in „unserer Mitte“ und ganz präsent.

  • Dazu kannst du jeden Tag das „weiche Atmen“ üben um dich mit deiner Seele und ihrer Liebe zu verbinden – du wirst dadurch auch immer mehr Antworten bekommen 🙂                 ich coache dich gerne dabei

Allerdings wird es immer wieder passieren, dass wir auch mal nicht so präsent und gar nicht „in unserer Mitte“ sind. Weil: wir sind Menschen, wie ich ganz oben schon erwähnt habe 🙂

Ja Himmel, wir sind nun mal Menschen.

Ich finde es bedenklich und sehr gefährlich – für uns und auch für andere – wenn wir immer nur alles runterschlucken, uns alles gefallen lassen.

Nu komm mir nicht mit: das steht doch in der Bibel.

Ja, in Matthäus 5,39 steht:  „… Widersteht nicht dem Bösen, sondern wer dich auf deinen rechten Backen schlagen wird, dem biete auch den anderen dar…“

Dazu habe ich zwei Theorien.

Ich denke damit ist gemeint, dass wir nicht unüberlegt reagieren sollen. Wenn uns jemand aus Wut

Verletzt, egal ob körperlich oder psychisch, steckt dahinter ein Thema. Es ist auf jeden Fall auch unser Thema. Weil, egal ob wir uns in dieser Situation ungerecht behandelt fühlen, könnte es dennoch sein, dass wir einfach etwas gespiegelt bekommen.

Ich sage immer, wenn ich einen Ball zugeworfen bekomme ist es alleine meine Entscheidung ob ich ihn fange oder nicht 🙂 .

Dennoch überlege ich mir in solchen Situationen immer, was es evtl. mit mir zu tun haben könnte.

Wenn es auch mein Thema ist, dann sollte ich dankbar sein darauf hingewiesen worden zu sein, so kann ich es mir nochmal anschauen und auflösen. Denn, ausschließlich wenn ich ein Thema noch nicht wirklich fertig bearbeitet habe, löst es in mir ungute Gefühle aus. Außerdem würde mir diese Situation sonst gar nicht passieren.

Wenn ich also nach reiflicher Überlegung (dazu sind wir bestimmt immer in der Lage, wenn wir eine fangen…  🙂 ) zu dem Schluss komme, dass diese Situation nichts mit mir persönlich zu tun hat, sondern ausschließlich mit meinem „Angreifer“ komme ich zu der zweiten Theorie.

…auf deinen rechten Backen…

Die meisten Menschen sind Rechtshänder. Um jemanden auf den rechten Backen zu hauen musst du also deinen Handrücken benutzen. Ein Schlag mit dem Handrücken (vorausgesetzt du trägst keinen bombastischen Siegelring 🙂 ) richtet nicht so viel Schaden an wie die „Vorhand“. Es ist meistens ein Schlag der demütigen soll, erniedrigen.

Das wollen und sollen wir uns nicht gefallen lassen.

Wenn wir also in so einem Fall „den anderen Backen“ hinhalten, suggerieren wir unserem Gegenüber „dann komm doch, mit mir nicht mein Lieber…“. Wir zeigen ihm, dass wir keine Angst vor ihm haben und er das besser nicht noch einmal probiert, weil wir uns sonst wehren. Es wirkt einschüchternd – und das ist auch unser gutes Recht!

Ich will dich jetzt nicht zu miesen Taten animieren, aber sei einfach du.

Du hast das Recht darauf einen miesen Tag zu haben. Du hast das Recht darauf schlechte Laune, Wut, Neid, Missgunst spüren zu dürfen. Ich bitte dich nur darum zu üben wie du dir das im Anschluss bewusst machen kannst um es zu reflektieren. Ich bitte dich darum deine Gefühle NICHT runter zu schlucken, zu verdrängen oder gar zu verteufeln. Nur so kannst du sie an „die Oberfläche“ bringen um sie aufzulösen.

Bringe dir all deine Liebe entgegen, auch für deine Schwächen, sammle sie in deinem Herzen bis es überquillt und alle anderen Wesen automatisch damit überschwemmt werden 🙂 .

Zieh dich zurück, atme weich und spüre die Liebe deiner Seele.

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