Da ihr mir ja keine Aufgaben stellt…

und ich keine Zeit oder Lust auf eigene Ideen hatte, habe ich mich nach langen Jahren wieder mal mit dem Zeichnen beschäftigt.

Dabei habe ich gemerkt, wie sehr es mir doch eigentlich gefehlt hat.  Ich habe sicher mindestens 10 Jahre nicht mehr gezeichnet. Kennst du das? Jahrelang hast du dich mit etwas nicht beschäftigt, also sollte man doch davon ausgehen, dass es weiter nicht gefehlt hat. Dann fällt dir plötzlich ein, „du könntest doch…“, beginnst und denkst: „au ja, ist das toll, wieso habe ich es eigentlich die letzten Jahre nicht mehr gemacht?“

Ist es Bequemlichkeit? Bei allen Arten von Sport könnte ich mir das ja gefallen lassen. Da fällt mir schon wieder was ein, was ich doch die nächste Zeit beginnen könnte. Ich war nie ein wirklich sportlicher Typ, obwohl ich früher bestimmt mit meinen immer unter 50 kg so ausgesehen habe. Ich habe nie was von Jogging gehalten, ich war in keiner „Muckibude“, Schwimmen höchstens im Sommer mit den Kindern, Fahrradfahren das gleiche – mit den Kindern eine kleine Tour. Im Leben wäre ich nicht auf die Idee gekommen, das als Sport zu machen, wo mir doch mit meinen X-Beinen danach immer die Knie weh getan haben.  Was gibt es denn noch?  Walken, Skifahren oder was immer es noch geben mag – nope. Spazieren gehen fand ich schön, zu jeder Tageszeit, auch gerne abends, wenn es schon dunkel war. Was mir aber wahnsinnig Spaß gemacht hat, war tolle Musik anmachen und dazu bestimmt eine Stunde richtig abrocken. Das war so schön – wieso habe ich eigentlich damit aufgehört? Wenn ich das jetzt 1 Stunde machen würde, müsste man mich in ein Sauerstoffzelt legen. 

 

Also, wie kommt das, dass wir irgendwann aufhören Dinge zu tun, die uns eigentlich Spaß machen?

Sind wir und so unwichtig geworden? Ist es die Zeit die fehlt? Familie, Haushalt, Arbeit, alles geht vor und wir sind (uns) nicht mehr wichtig.

Die gute Nachricht ist allerdings, wir können das ändern. 

Wir haben nicht zu wenig Zeit nur die Prioritäten falsch gesetzt. Bei jedem einzelnen Menschen auf der Erde ist ein Tag 24 Stunden lang. Wenn der Terminkalender voll ist, ist vielleicht die einzige Möglichkeit einen „Muse-Termin“ einzutragen.

Ich bin mir wichtig genug, dass ich zu anderen sagen kann „Nö, nu gerade nicht, nu ist Gitte-Zeit“. Normalerweise lese ich dann etwas, meditiere oder stricke. Warum auch immer ist mir gestern das Zeichnen wieder eingefallen.

Ehrlich gesagt, war bis Dato das Problem, dass ich dachte „och, Zeichnen ist eine tolle Sache, aber ich kann es nicht wirklich gut“. Immer perfekt sein wollen ist wohl auch ein Problem, welches viele Menschen haben.

Wir müssen nicht perfekt sein, es soll einfach Spaß machen. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass Übung den Meister macht – aber erstmal Hauptsache Spaß  🙂

Diese ganzen Überlegungen haben meiner Meinung nach auch wieder eine Menge mit Achtsamkeit zu tun.

Die letzte Woche war ich sehr eingespannt, so habe ich mir in dieser Woche ganz bewusst Zeit genommen, also noch intensiver als in meiner „Muse-Stunde“. Mir war wichtig nicht nur auszuspannen, sondern mein Ziel war es wieder zurück zu mir zu kommen. So habe ich oft nur „gesessen“. Sehr gerne mache ich das im Freien und am schnellsten geht es, wenn ich einfach auf den Balkon gehe. So kam mein Mann einmal dazu und fragte mich, was ich eigentlich so lange auf dem Balkon mache. Ich habe ihm geantwortet: „ich sitze hier, bevor ich garnichts mache“ 🙂  . Bei dieser Gelegenheit habe ich tatsächlich nur da gesessen, wenig gedacht und viel geatmet. Also nicht zwanghaft gezählt und aktiv geatmet, sondern einfach sanftes Atmen – so wie ich es hier im Blog schon beschrieben habe. So viel Zeit habe ich mir schon lange nicht mehr dafür genommen – und dabei kam mir die Idee wieder zu zeichnen 🙂

Also immer schön regelmäßig „in dich gehen“.

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